Garten der Sikh

Sikh

Die Sikh-Religion ist im nordindischen Punjab als monotheistische Religion entstanden.

 

Akaal Purakh/Waheguru (Gott) hat sein Licht in Form von Guru Nanak Dev Ji 1469 in Nordindien im Punjab auf Erden manifestiert. Auf ihn gründet sich die  Sikh-Religion. Nanak verstand sich als Reformer von Hinduismus und Islam, den vorherrschenden Religionen der Region, nicht als Gründer einer neuen Religion. Er sammelte Schüler um sich (Hindi: sikhana: lehren, ausbilden, unterrichten). Nanak lehrte den Glauben an den einen allmächtigen Gott, den Schöpfer, der selbst nicht geschaffen wurde, unsterblich ist, nicht abgebildet werden kann und der zwischen Menschen verschiedener Herkunft keinen Unterschied macht.

Auf Nanak folgten neun weitere Guru. Der zehnte, Guru Gobind Singh, formte 1699 aus der Reformbewegung eine eigenständige Religionstradition. Die höchste Autorität heute ist das Buch „Sri Guru Granth Sahib“. Es umfasst 1.430 Seiten, die in Gedichtform geschrieben sind. Diese heilige Schrift beginnt mit den Worten, dass es „nur einen Gott“ gibt, zu dem wir durch die Lehren der Gurus finden können.

Das heilige Buch der Sikh ist sehr universal. Es enthält Schriften der 10 Sikh-Gurus und auch von Gelehrten, die ursprünglich zu anderen Religionen/Traditionen gehörten:  von Hindus, Moslems, Sufis.

Gott wird ist namenlos und unbeschreiblich. Es gibt keine Abbildungen von Gott. Da der Schöpfung das Göttliche innewohnt, wird sie als durchgängig beseelt und heilig angesehen.

Sikhismus lehrt das in den Augen Gottes alle Menschen gleich sind, unabhängig von Rasse, Religion und Geschlecht. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Frauen können an allen Zeremonien teilnehmen und auch aus der heiligen Schrift vorlesen. Ein gläubiger Sikh darf weder Rauchen noch Alkohol oder Drogen zu sich nehmen.

Der getaufte Sikh verpflichtet sich gemäss den Richtlinien des Khalsa Panth (Verhaltenskodex der Bruderschaft der Reinen und Souveränen) zu leben und 5 besondere äußere Merkmale zu tragen.

Kesh: ungeschnittenes Haar als Ausdruck von Respekt vor der Perfektion Gottes und seiner Schöpfung.

Kangha: ein hölzerner Kamm als Zeichen der Sauberkeit

Kachera:  Baumwollunterhosen zur Erinnerung an sexuelle Mäßigung.

Kara: ein Stahlarmreif, symbolisiert, dass der Charakter eines Sikhs wie aus Eisen sein sollte, stark, unverbiegbar und von Beständigkeit. Kara erinnert daran, die Anweisungen des zehnten Sikh Gurus und Gottes zu befolgen und in ewiger Verbundenheit zu Gott zu sein und nichts Unrechtes zu tun.

Kirpan: ein Dolch, symbolisiert die Pflicht eines Sikhs, sich für die Notleidenden und Unterdrückten einzusetzen. Symbol von Geduld und Barmherzigkeit; Zerstörung von Unwissenheit, Ignoranz, Unrecht und Unterdrückung. Seine Benutzung ist nur zum Schutze anderer und zur Selbstverteidigung erlaubt. Niemals aber zum Angriff.

Weltweit gibt es ca. 25 Mio Sikh, die Mehrzahl davon in Indien. In Deutschland ca. 15.000 Sikh.

Ansprechpartner

Gurdwara Singh Sabha Paderborn e.V.- wir sind zu erreichen über:

Paderborn(a)sikhverband.de oder über das GlaubensGarten Kontaktformular

Der Garten des Sikhismus

Durch eines von 4 angedeuteten Toren betritt man den Garten der Sikh. Dieser Garten ist ein Ausschnitt eines spiegelsymetrischen Gartens. Auch der bekannteste Tempel der Sikh, der Goldene Tempel in Amritsar, kann durch 4 Tore aus 4 Himmelsrichtungen betreten werden. Das heißt: alle Menschen aus allen Richtungen sind willkommen, ungeachtet ihrer Herkunft, Tradition oder Religion.

Während verschiedener Zeremonien werden Blüten gestreut, hier im Garten wachsen sie in kräftigen Farben.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit hier im Garten: die Khanda. Sie ist das Emblem des Sikh-Glaubens. Sie stellt die vier Pfeiler der Sikh-Religion dar. Das Zeichen selbst besteht aus symbolischen Waffen:

Im Zentrum ist ein doppelschneidiges Schwert, das dem ganzen Symbol den Namen gab. Es steht für Wissen um die Schöpfungsmacht Gottes, um die Allmacht Gottes, Herr über Leben und Tod. Es ist auch Schwert der Weisheit, das beim Kampf gegen Egoismus, Gewissenlosigkeit und Weltlichkeit zum Einsatz kommt.

Die rechte Schneide symbolisiert die Freiheit und eine Regierung, die von moralischen und spirituellen Werten geleitet wird. Die linke Schneide ist Symbol für göttliche Gerechtigkeit, Belohnung der Guten und Bestrafung der Ungerechten.

Der innere Kreis steht für die Einheit und Ewigkeit Gottes. Auch ist der Kreis als perfekte Form ein Symbol für die Perfektion Gottes

Zwei gekreuzte Dolche erinnern daran, dass ein Gläubiger eine Balance zwischen spirituellem und gesellschaftlichem Engagement finden soll.

„Du hast diesen menschlichen Körper erhalten. Dies ist deine Möglichkeit, dem Bewahrer der Welt zu begegnen.“ (Sri Guru Granth Sahib, S. 12)